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Mahrberg Asset Management Update

29. März 2022 13.:40
ca. 5 Minuten Lesezeit

15.02.2022 – Praktiken der Portfolioabsicherung – Risiken und Abhilfemaßnahmen

Einführung

Der S&P500 hat in diesem Jahr 7,65% verloren, der Nasdaq-100 doppelt so viel. Während einige Aktien, insbesondere im Technologiesektor, bereits mehr als 50% ihres Wertes verloren haben, arbeiten wir laufend an Risikominimierungsstrategien um auch gegen zukünftige Risiken ideal gewappnet zu sein.

Neben der globalen Pandemie, auf die sich die Welt einzustellen beginnt, die trotz aktuell abgeschwächter Varianten und damit einhergehenden Konsequenzen volkswirtschaftliche Konsequenzen mit sich bringen wird, leben wir in Zeiten der höchsten Inflation seit 1982. Zeiten in denen in Osteuropa politische Unruhe herrscht. Zeiten, in denen die übermäßige Verschuldung, die im Jahr 2020 256% des BIP erreicht und dadurch die Anfälligkeit auf starke Volatilität besonders erhöhen kann – insbesondere für Schwellenländer. Und letztendlich eine potentielle Zinserhöhung der FED, die drastische Auswirkungen auf die Märkte hätte.

Jede unerwartete Entwicklung könnte in einem solchen Umfeld einen Ausverkauf der globalen Finanzmärkte, wenn nicht gar eine Rezession auslösen. Daher ist es für Vermögensverwalter von entscheidender Bedeutung, die Risiken richtig zu erkennen und sie angesichts der vorherrschenden Unsicherheit abzusichern, auch wenn dies bedeuten kann, bei der nächsten Rallye kurzfristig an Prozentpunkten zu verlieren.

In Anbetracht der zahlreichen Faktoren, die eine Rolle spielen, und der Bewertungen, die Ende 2021 bereits ziemlich überhitzt waren, hat unser Asset Management Team damit begonnen, sich auf einige Marktturbulenzen vorzubereiten. Die Hedging-Aktivitäten waren zunächst auf die Absicherung von Zins- und Aktienrisiken ausgerichtet. Dann wurden das Währungsrisiko und die Risiken im Zusammenhang mit einem möglichen Krieg zwischen Russland und der Ukraine abgesichert. 

Zinsrisiko 

Das Zinsrisiko kann über Termingeschäfte oder Zeitdauermanagement abgesichert werden. Ein Zinsanstieg wirkt sich nicht nur auf die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere aus, da er sowohl auf den Devisen- als auch auf den Aktienmärkten für Volatilität sorgt. Auch auf den Anleihemärkten verringert ein Zinsanstieg den Wert der Zahlungsströme, die weiter in der Zukunft liegen. Daher sind Anleihen mit einer längeren Laufzeit größeren Kursschwankungen ausgesetzt. 

Da sich der Inflationsdruck gegen Ende 2021 verschärfte und die Erwartungen an ein Tapering durch die Zentralbanken zunahmen, hat das Anlageverwaltungsteam damit begonnen, die Empfindlichkeit der Portfolios gegenüber einem Zinsanstieg frühzeitig zu verringern. Es wurde eine Short-Duration-Strategie umgesetzt und eine Desinvestition aus Schwellenländerkrediten vorgenommen. 

Die kürzere Laufzeit wurde erreicht durch:

• Short-Position im US Ultra T-Bond (30 Jahre Laufzeit)

• Desinvestitionen aus Anleihen mit längeren Laufzeiten

• Investitionen in Wertpapiere mit kurzer Laufzeit oder hoher Kuponhöhe. Dies geschah häufig bei Vorliegen von Katalysatoren, wie z.B. Übernahmen oder Umstrukturierungen. 

Aktienrisiko

Ungeachtet der Möglichkeit eines Krieges zwischen Russland und der Ukraine waren die überzogenen Aktienbewertungen, insbesondere im Technologiesektor, und die Erwartung des Tapering ausschlaggebend für die Entscheidung des Anlageverwaltungsteams, das Aktienengagement in den Wealth Funds teilweise abzusichern. 

Dies geschah zunächst durch den Abbau von Positionen, die ein höheres sogenanntes Beta aufweisen, d. h. im Allgemeinen solche, deren Endwert und Wachstumsaussichten den Unternehmenswert stark belasten. Die Cash-Quoten der Fonds wurden so weit wie möglich aufgestockt (im Bereich von 30%), auch durch Sichteinlagen und Anleihen mit kurzen Laufzeiten. 

Die Vermögensverwaltungsstrategien der Vermögensfreunde sind derzeit am stärksten gegenüber dem US-Tech-Sektor und dem italienischen Aktienmarkt exponiert. Daher wurden Absicherungsgeschäfte mit Futures auf den S&P500, den Nasdaq100 und den FTSEMIB Index getätigt. Der Handel wurde in zwei Tranchen durchgeführt. Die erste Tranche, die Ende Dezember durchgeführt wurde, lag 1,5% unter den Allzeithochs der US-Indizes und bot somit einen beträchtlichen Schutz, während der italienische Index eine größere Widerstandsfähigkeit aufweist. 

Die zweite Tranche des Absicherungsgeschäfts wurde ausschließlich auf die US-Indizes angewandt, die unter Druck geraten könnten, wenn das Tapering aggressiver ausfällt als erwartet. Das Anlageverwaltungsteam konnte die kurzfristige Gelegenheit nutzen, die sich durch eine starke Erholung der globalen Märkte Anfang Februar ergab, und sicherte ein weiteres Drittel des Aktienexposures ab. In diesem Fall lag der Einstiegspreis beim S&P500 bei 4477, 2,6% über den Tiefstständen vom 14.02. und beim Nasdaq-Index im Bereich 14607, 3,6% über den Tiefstständen vom Dienstag.

In Anbetracht der Aktienverkäufe und der Short-Positionen in den Aktienindizes haben die Fonds ein Netto-Gesamtengagement (einschließlich festverzinslicher Wertpapiere) von etwa 80% und ein Netto-Long-Engagement in Aktien von 39%.

Währungsrisiko

Die Bewegungen an den Devisenmärkten werden von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt, die vom makroökonomischen Wachstum über die Steuerpolitik bis hin zur Geldpolitik reichen, die in diesem Zeitraum besonders wichtig ist. Das EUR/USD-Paar hat seit Juni 2021 stark zugelegt, da die steigende Inflation die Erwartung einer restriktiven Federal Reserve auslöste. Da höhere erwartete Zinssätze ausländische Investitionen anziehen, führte dies zu einer starken Aufwertung des US-Dollars um 9%. 

Dies kam unseren Strategien zugute, da die beträchtlichen Anlagen in auf Dollar lautenden Wertpapieren gegenüber dem Euro an Wert gewannen. Sobald jedoch ein attraktives Niveau erreicht war, begann das Anlageverwaltungsteam, sich gegen das Risiko einer Abwertung des US-Dollars abzusichern. 

Zunächst wurden Kassageschäfte getätigt, um den US-Dollar-Bargeldbestand zugunsten des Euro zu reduzieren. Als dann attraktive Preisniveaus im Bereich von 1,11 erreicht wurden und Zinserhöhungen in der US-Renditekurve vollständig eingepreist zu sein schienen, nutzte das Team Futures, um sich vor dem Währungsrisiko zu schützen. Dies dürfte sich als sehr vorteilhaft erweisen, wenn die Europäische Zentralbank das Tempo des Tapering erhöht. 

Länderspezifische Risiken müssen auf eine andere Art und Weise gemanagt werden. Angesichts der Bedeutung Russlands bei der Rohstoffförderung könnten die europäischen Volkswirtschaften nämlich Schwierigkeiten haben, Erdgas zu kaufen - dessen Preis bereits im letzten Jahr dramatisch gestiegen ist. 

Ein potenzieller Konflikt könnte sich auch auf die Märkte für Öl, Weizen und Mais auswirken, bei denen sowohl die Ukraine als auch Russland wichtige Lieferanten sind. Diese Faktoren könnten signifikante Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Eine Verringerung des Ölangebots würde sich auf die Fluggesellschaften, das Baugewerbe und die verarbeitende Industrie weltweit auswirken.

Die Auswirkungen auf Mais und Weizen würden sich besonders in der Futtermittel- und Ethanolproduktion, sowie der Herstellung von Süßstoffen und alkoholischen Getränken bemerkbar machen.

Während das Risiko eines allgemeinen Marktrückgangs bereits als Aktien-

risiko abgesichert war, führte das Anlageverwaltungsteam zusätzlich auch  einige Maßnahmen durch, um für eine Erholung der Rohstoffe und einen Anstieg der Zinssätze aufgrund höherer Kreditrisiken richtig positioniert zu sein. 

So wurden traditionelle Techniken in Kombination mit einer angemessenen Sektor- und Länderauswahl eingesetzt:

• Short-Positionen auf Aktienindizes. Diese wurde bereits Anfang 2022 eingerichtet, um das Engagement im Technologiesektor abzusichern, der besonders anfällig für Zinserhöhungen ist.

• Erhöhte Barbestände, insbesondere in Hartwährungen wie dem US-Dollar, der in Zeiten der Unsicherheit im Allgemeinen ein sicherer Hafen ist

• Investitionen in Gold, einem sicheren Hafen und einer Absicherung gegen Inflation. Es wurden auch Rohstoff-ETFs gekauft, um von der potenziellen Wertsteigerung auf den Rohstoffmärkten zu profitieren.

• Desinvestitionen aus Schwellenländerfonds, wie dem iShares JPM Emerging Market Fund. Dieser hatte erhebliche Investitionen in Russland und russischen Satellitenstaaten und belastete den H2Conservative mit 5,55%. Hinzu kommt, dass diese Länder in der Regel durch größere Defizite und schwächere Währungen gekennzeichnet sind, was die Bewegungen an den großen Märkten verstärkt. Dies gilt umso mehr für Länder, deren Schulden größtenteils auf Fremdwährungen lauten, da eine Zinserhöhung zu höheren Kosten für den Schuldendienst führen würde.

Gerade turbulente Zeiten zeigen, dass professionelles aktives Asset Management langfristig eine wichtige Investitonsmöglichkeit für Investoren ist. Denn dadurch können nicht nur Risiken gemindert, sondern auch Chancen am Markt besonders genutzt werden.

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